109. Kammerkonzert
16 Saiten, ein Klang
Sonntag, 25. Oktober 2026, 17:00 Uhr
© Oliver RöckleDie weitergegebene Quinte
Dieses Programm erzählt von Verbindungen: zwischen Komponisten, Epochen und musikalischen Ideen. Luigi Boccherini und Joseph Haydn prägten die noch junge Gattung des Streichquartetts auf unterschiedliche Weise. Während Boccherini ihr italienische Gesanglichkeit und klangliche Eleganz verlieh, schuf Haydn jene formale Klarheit, die zum Fundament der Gattung wurde.
Im Zentrum steht Haydns berühmtes „Quintenquartett“. Aus dem einfachen Intervall der Quinte entwickelt er einen ganzen musikalischen Kosmos. Diese Kunst, aus kleinstem Material große Formen entstehen zu lassen, sollte weit über seine Zeit hinauswirken.
Franz Schuberts Quartettsatz öffnet den Blick in eine neue Klangwelt. Seine leidenschaftliche Ausdruckskraft weist bereits in die Romantik. Johannes Brahms knüpft schließlich an die Tradition seiner Vorgänger an und verbindet sie mit seiner eigenen Tonsprache von großer Tiefe und Wärme.
So spannt sich ein Bogen von Boccherini über Haydn und Schubert bis zu Brahms, ein lebendiger Dialog über Generationen hinweg. Die Quinte wird dabei zum Symbol dieser Verbindung: Nicht nur Haydns Werk verdankt ihr seinen Namen, auch die vier Instrumente des Streichquartetts sind in Quinten gestimmt. Aus ihnen entsteht ein musikalisches Gespräch, das über Zeiten und Grenzen hinweg weitergetragen wird.